Wer sich lange am Wasser aufhalten will, den verlangt es bald nach schützender Hütte.

Ein Wetterschutz ist ein wichtiger Bestandteil der Ausrüstung.

Denn er ermöglicht uns, den Ansitz witterungsunabhängig so lange durchzuführen, wie es der Terminkalender zulässt.

Schlechtes Wetter treibt den Gerüsteten dann jedenfalls nicht mehr nach Hause.

Nun soll es durchaus auch Leute geben, die sich ohne Schutz bei jedem Wetter drei Nächte lang an den Pool hocken.

Ich bewundere diese eisenharten Jungs und werde sie außerhalb der Saison in der Klapsmühle besuchen.

Die erste Entscheidung vor dem Zeltkauf muss festlegen, wie mobil man mit der Behausung sein möchte.

Die Geschwindigkeit und der Aufwand des Auf- und Abbaus ist von entscheidender Bedeutung. Je weniger Zeit und Mühe diese Prozeduren benötigen, desto eher ist man bereit, die Angelstelle zu wechseln.

Der innere Schweinehund ist gemütlich am Teich sitzend ziemlich stark und deshalb sollte man diesen Punkt nicht unterschätzen.

Schirme und Schirmzelte sind in der Regel erheblich einfacher und schneller zu errichten und einzureißen als große Zelte.

Jedoch widerstehen diese leichten Wetterdächer keinem Sturm an einem großen französischen Stausee.

Andererseits schleppt man sich an einem sturmsicheren Cabrio-Zelt die Arme lang.

Am Wasser ergibt sich ein weiterer wichtiger Punkt, der einem im Angelladen nicht einfällt. Angelzelte müssen sehr tolerant zu unterschiedlichen Bodenverhältnissen sein.

Leider sitzt man ja nicht immer auf einer topfebenen Wiese.

Bodensenken machen einigen Zeltkonstrunktionen erheblich zu schaffen.

Oft reicht der Überwurf nicht mehr auf den Boden und kann nicht mit Häringen fixiert werden. Aus dem Boden ragende Baumwurzeln sind ein weiteres Ärgernis.

Der Aufbau großer Cabrio-Zelte an Abhängen ist meistens unmöglich.

Ein Schirm oder ein leichtes Halbschalenzelt kann am Abhang jedoch ganz leicht errichtet werden.

Das alles bedeutet, dass es eine Fülle von Kriterien zu bedenken gibt, bevor man die Hunderter auf die Ladentheke legt.

Die Qualität der Materialien muss selbstverständlich immer gigantisch sein, das brauchen wir hier nicht zu diskutieren. Nachfolgend ein kurzer Überblick über die heute üblichen Konstruktionen.

 

 

Konstruktionen

Schirme

Der einfachste Wetterschutz ist der Angelschirm.

Vernünftige Schirme sind oval, mindestens drei Meter breit und werden vorn von mindestens zwei Sturmstangen gestützt.

Man sollte ein Modell wählen, zu dem ein Überwurf lieferbar ist.

Da der Spannmechanismus direkt über der Liege herumhängt, muss dieser so verriegelbar sein, dass er sich nicht bei jeder Berührung löst. Irgend eine Art von Schnapp-Verschluss sollte kritisch geprüft werden.

Am sichersten aber auch am fummeligsten sind Schraubverschlüsse.

  • Positiv: billig
  • Positiv: leicht
  • Positiv: bodentolerant
  • Positiv: schnell im Auf- und Abbau
  • Negativ: klein, ohne Überwurf bei Regen von vorn zu klein
  • Negativ: instabil, hält starkem Wind nicht Stand
  • Negativ: meistens keine Möglichkeit zum Befestigen von Abspannleinen
  • Negativ: Überwurf bildet keine zweite Schicht, Kondensatbildung sehr wahrscheinlich

Schirmzelter

Schirmzelte sind oft genauso leicht und schnell zu bedienen wie Schirme, haben jedoch weniger Nachteile.

Ich bin der Meinung, dass Schirmzelte das Optimum für mobile Angler unter deutschen Bedingungen darstellen.

Wenn sich verschiedene Fronten und Anbauteile mit Reiß- oder Klettverschlüssen anbringen lassen und der Boden im Innenraum befestigt werden kann, handelt es sich um eines der besseren Modelle.

Insbesondere sollte ein Schirmzelt mehr Platz bieten als ein Anglerschirm.

  • Positiv: einigermaßen leicht
  • Positiv: ausreichend bodentolerant
  • Positiv: schnell im Auf- und Abbau
  • Positiv: durch geschlossene Front groß genug
  • Negativ: instabil, hält starkem Wind nicht Stand
  • Negativ: Überwurf bildet oft keine zweite Schicht, Kondensatbildung dann sehr wahrscheinlich

Prahmhauben-Zelter

Zur Zeit dominieren Cabrio-Zelte (Prahmhauben-Zelte) den Markt.

So gut wie jeder Hersteller setzte in den letzten Jahren auf diese Konstruktion.

Das hervorstechende Merkmal dieser Zelte ist die immense Stabilität.

Diese wird jedoch mit einem sehr hohen Gewicht erkauft.

Beim Kauf sollte man darauf achten, dass das Zelt einen Überwurf, einen einfachen Einlegeboden sowie eine separate Einhängekabine mit festem Boden hat.

 

  • Positiv: derzeit die stabilste Konstruktion
  • Positiv: jede gewüschte Größe verfügbar
  • Positiv: mit Überwurf oder Innenkabine keine Kondensatbildung
  • Negativ: aufwändig im Auf- und Abbau
  • Negativ: sehr hohes Gewicht
  • Negativ: ist auf ebenen Boden angewiesen
  • Negativ: gute Cabrios kosten richtig Geld

Sonstige Zelter

Was bleibt übrig?

Alle Zelte, die keine Cabrios sind.

Also auch Halbzelte, wie die beliebte Strandmuschel-Form.

Dabei scheiden Modelle mit Durchschubstangen aus unserer Betrachtung aus - diesen Mist muss man sich heute nicht mehr antun.

Zelte mit weichen Aluminumstangen sind einigermaßen bodentolerant.

Haben sie Schnellverschlüsse in den Stangen, sind sie fix im Aufbau.

Leider gibt es heute nur noch wenige Hersteller, die auf diese Technik setzen.

Ärgerlich ist auch, dass es keine Schnellverschlüsse aus Metall gibt.

Die verwendeten billigen Kunststoff-Verschlüsse neigen nach intensiver UV-Bestrahlung zum Brechen.

Das kann schon nach zwei Jahren der Fall sein. Wenn man dann im Ausland dasteht...

  • Positiv: mit Abspannleinen einigermaßen stabil
  • Positiv: jede gewüschte Größe verfügbar
  • Positiv: oft akzeptables Gewicht
  • Neutral: gerade so erträglich im Auf- und Abbau
  • Neutral: Bodentoleranz je nach Konstruktion - Halbzelte gut, manche großen Zweimannzelte eher bescheiden
  • Negativ: bei vielen Modellen drückt der Wind die Außenhaut gegen die Innenkabine, das kann zu Wassereinbruch führen

Fazit

Die Wahl eines Zeltes hängt vom Einsatzzweck ab.

Mobile Angler sind mit Schirmzelten am besten bedient.

Sie sind schnell im Auf- und Abbau, wiegen wenig und haben ein kleines Packmaß.

Die Bodentoleranz ist meistens auch für schwierige Angelplätze gut genug.

Wer oft lange Ansitze plant, zu dem vielleicht sogar im Ausland, der muss sich wohl oder übel mit einem vollwertigen Zelt anfreunden.

Das größere Packmaß und die schlechtere Handhabung müssen in Kauf genommen werden, um eine sturmstabile Hütte aufschlagen zu können.

Am sichersten stehen Cabrio-Zelte im Wind.

Für nur eine laue Nacht im Sommer kann ein Schirm ausreichend sein.

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